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Stempeln bis der Arzt kommt (2)

Meine DRK-Stempelkarte habe ich leider nicht voll bekommen und damit ist die Chance auf so eine tolle Uhr auch weg. Aber inzwischen habe ich wieder neue Karten im Geldbeutel. Bei Coffee Fellows gibts es neben der üblichen Stempelkarte für Kaffee nun auch eine für Bagels. Mein Frisör hat mich auch mit einer neuen Karte ausgestattet und meine Karte von Yormas ist auch bald voll.

Blutsauger

An der Uni ja immer diese tollen gesucht-gefunden Zettel bei denen man unten so schön die schief geschnittenen Kontaktdaten abreissen kann. In letzter Zeit gibt es immer mehr Zettel von irgendwelchen Instituten, die mir Geld für mein Blut anbieten. Für ominöse wissenschaftliche Tests. Ich habe mit Sicherheit schon 5 verschiedene gezählt und letzte Woche war auch mal wieder das jährliche Blutspenden vom DRK. Warum will denn jeder mein Blut haben? Ich bin ja der Meinung, dass sich hinter diesen Instituten gemeine Vampir-Clans verbergen, die unter vorgetäuschten Umständen an mein Blut wollen und mir auch noch was dafür zahlen. Vorbei sind die Zeiten in den man sich nach Mitternacht nicht mehr in dunkle Ecken der Stadt wagen durfte. (Okay, es gibt auch noch andere Bedrohungen als diese, in einer Großstadt) Heute wird für das Blut bezahlt und niemand kommt mehr zu schaden. Die Zeiten ändern sich eben.

stempeln bis der arzt kommt

Studenten haben nicht viel Geld, das ist allgemein bekannt. Natürlich möchten sich das schlaue Geschäftsleute zum Vorteil machen und locken deshalb mit sogenannten Bonus-Cards, die den Konsumenten beim Kauf des x-ten Artikels mit einem weiteren gratis Artikel belohnt. Es gibt sie für alles. Kaffee, Döner, Pizza, Frisöre, Parfümerien, Drogerien und was es sonst noch so gibt.

In meinem Geldbeutel tummeln sich neben einer Karte für den Frisör, hauptsächlich Karten von Kaffehäusern. Natürlich kaufe ich mir wegen der Karte nicht extra mehr Kaffee, aber wenn ich schon öfters da bin kann ich auch so eine Karte stempeln lassen. Man versucht eben zu sparen und als Student kann das einem auch keiner übel nehmen.
Der Witz bei der Sache ist, dass inzwischen nicht nur Vertriebe für Kaffee, Döner oder andere Genussmittel diese Strategie verwenden um einen festen oder zumindest regelmäßig wiederkehrenden Kundenstamm zu erhalten. Als ich heute beim Blutspenden an der Uni war, hat mir der nette Herr an den Anmeldeterminals ebenfalls eine solche Karte gegeben. Eine Bonus-Card vom DRK? Bekomme ich etwa nach der zehnten Spende eine Transfusion umsonst? Aber dann hat der Herr mir erklärt, dass ich nach dem dritten Mal Spenden eine Armbanduhr vom DRK bekäme. Als ob ich extra wegen so einer Uhr zum Spenden gehen würde. Eine etwas unkonventionelle Art um Spender zu bekommen. Ich würde auch ohne die Uhr hingehen.

Wenn man es so sieht, sind solche Bonus-Cards schon etwas praktisches weil man für den gewöhnlichen Konsum belohnt wird, mit der Ausnahme, dass der Geldbeutel immer voller wird. Aber für manche Bereiche eigenen sie sich wirklich nicht…


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